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Jogls Gartentipp am 6. August 2021

Thema: Hilfen gegen die  „Rote Spinne“

Ihre Namen und ihr Aussehen

Die Obstbaumspinnmilbe wird in Österreich und Deutschland „Rote Spinne oder Rote Spinnmilbe“ genannt. Dabei handelt es sich nicht um eine echte Spinne, sondern um ein winzig kleines, rotes Spinnentier aus der Familie der Spinnmilben (Tetranychidae).
Die „Rote Spinne“ ist 0,6 mm groß, hat 8 rote Beine und einen ziegelroten Körper mit weißen Borsten.
Keine Sorge, die „Rote Spinne“ ist weder für Menschen noch für Haustiere giftig oder gefährlich. Sie haben es einzig auf den Pflanzensaft abgesehen.

Wann kommt die „Rote Spinne“ vor?

Die Obstbaumspinnmilbe liebt vor allem trockene Winde, niedrige Luftfeuchtigkeit und warme Nächte. Bei diesen heißen und trockenen Wettervorkommen sind bis zu  7 Generationen der „Roten Spinne“ pro Jahr möglich.

Zum Fressen gern hat die Obstbaumspinnmilbe, Obst-, Gemüse- und Zierpflanzen.
Heuer besonders beliebt auf ihrem Speiseplan sind: Erdbeeren, Gurken und Tomaten
Ihre Vorlieben und die starke Vermehrungsrate machen dieses Insekt zu einem gefürchteten Schädling.

Wie Sie den Schädlingsbefall erkennen:

Auf den jungen Blättern breiten sich helle bis bräunliche Sprenkelungen aus. Das sind die vernarbten Saugstellen. Die Früchte bleiben mickrig klein. Die Fruchtschalen verändern sich und werden ähnlich wie Kork.

Vorbeugen können Sie es, indem Sie Ihre Pflanzen regelmäßig auf „Rote Spinne“ kontrollieren. Sollten Sie einen Befall durch die Rote Spinne finden, stehen Ihnen diese biologischen Mittel zur Verfügung:

Hausmittel Nützlinge
Wasser-Dusche Raubmilben
Kaliseifen-Lösung Florfliegen
Rapsöl-Lösung Marienkäfer
Pflanzen-Sud Ameisen

 

Besonders diese Hausmittel haben sich für drinnen und draußen bewährt:

Wasser-Dusche

Für Garten oder Gewächshaus gilt: Befallene Pflanzen mit lauwarmem Wasser aus dem Gartenschlauch kräftig abbrausen (Ober- und Unterseiten der Blätter)

Bei Zimmerpflanzen:

Wurzelballen in Plastiksackerl packen, Pflanze aufrecht und kopfüber abduschen

Orchideen und andere tropische Zimmerpflanzen mögen eine Wasserdusche nicht. Bei diesen Pflanzen umhüllen Sie betroffene Pflanzen für 14 Tage mit einem Folienbeutel. Dann entsteht im unmittelbaren Umfeld der Pflanze eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit, die die „Roten Spinnen“ zuverlässig vernichtet.

Kaliseifen-Lösung

Rapsöl-Lösung

Kräutersud

Lassen Sie sich von Nützlingen helfen

Marienkäfer fressen sowohl Blattläuse als auch „Rote Spinnen“.

Raubmilben, Florfliegen und Marienkäfer jagen „Rote Spinnen“, fressen deren Eier und Larven mit Begeisterung. Die Nützlinge sind bei, Online-Shops und im Fachhandel zB bei der Fa. Biohelp erhältlich.

Da nicht jeder Nützling für die Bekämpfung von Obstbaumspinnmilben geeignet ist, fragen Sie bitte genau nach. Die richtige Raubmilben-Art gegen „Rote Spinnen“ im Obstgarten heißt Typhlodromus pyri.

In Gewächshäusern oder Wintergärten ist die Raubmilbe Amblyseius californicus besser geeignet.

In Wohnräumen an Zimmerpflanzen helfen Raubmilben hingegen nicht besonders erfolgreich gegen „Rote Spinnen“. Hier sind Florfliegen und Marienkäfer die bessere Wahl gegen Spinnmilben. Die lebenden Nützlinge werden im Larvenstadium in Pappwaben oder Bio-Boxen geliefert. Diese Nützlinge bringen Sie lt. Anleitung des Züchters ganz einfach zwischen den befallenen Pflanzen auf.

Haben Sie in Ihrem Garten einen Ameisenhaufen? Dann nutzen Sie die fleißigen Insekten als Hilfe gegen die „Rote Spinne“. Stellen Sie befallene Topf-, Balkon- oder Zimmerpflanzen einfach in der Nähe auf. Sie werden sehen, wie schnell Ameisen-Arbeiterinnen die Obstbaumspinnmilben als Nahrungsquelle entdecken und so Ihr Schädlingsproblem für Sie lösen.

Wie können  Sie dem Spinnmilben-Befall vorbeugen?

Zur Vorbeugung gegen Spinnmilben im Gewächshaus ist eine konstant erhöhte Luftfeuchtigkeit. Empfehlenswert ist auch eine regelmäßige organische Nährstoffversorgung für kräftiges Blattgewebe, da das Obstbaumspinnmilben und viele andere Schädlinge nicht durchstechen können.

Tipps für naturfreundliche Hobbygärtner

Begrünte Baumscheiben liebt die „Rote Spinne“ sehr. Naturbegeisterte  Hobbygärtner verzichten daher auf Gras und Bodendecker zur Unterpflanzung von Obstbäumen.
Als Alternative sowie zur Abwehr der Obstbaum-Spinnmilben hat sich gut bewährt, Baumscheiben mit Kies, Kokosscheiben oder Rindenmulch zu bedecken.

Hier ein paar Impressionen vom Dreh 😉 Durch einen Doppelklick auf jedes Bild wird es Ihnen vergrößert dargestellt.

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